Chronik Dresdner Sportclub 1898 e.V. - Abteilung Schwimmen (auch als Download)

Im Jahre 1954 wurden in der DDR leistungssportliche Zentren gebildet. Im Bezirk Dresden war das der SC Einheit Dresden. Die Sektion Sportschwimmen innerhalb des Sportclubs wurde am 1. März 1955 gegründet.
Zum Training standen damals nur die Schwimmhallen in Klotzsche und der Marienallee zur Verfügung. Der Schwerpunkt der Arbeit konzentrierte sich dabei auf den Nachwuchs. Aufgrund der eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten wurden danach die leistungsstärksten Schwimmer nach Leipzig bzw. Rostock delegiert.

Schon fünf Jahre später stellte unsere Sektion zu den Olympischen Sommerspielen 1960 in Rom mit Frank Wiegand erstmalig einen Olympiateilnehmer. Mit der 4x200-Meter-Freistilstaffel belegte er den 7. Platz.
Mit der Übergabe der Schwimmhalle am Freiberger Platz mit einem wettkampfgerechten 50-Meter-Becken am 7. Oktober 1969 verbesserten sich die Trainings- und Wettkampfbedingungen für die Dresdner Schwimmer wesentlich. Damit war die Basis gegeben, Sportler bis in die Weltspitze zu führen. Bereits drei Jahre danach, zu den Olympischen Spielen 1972 in München, qualifizierten sich sechs Schwimmer (!) mit ihrem Trainer Uwe Neumann für die DDR-Auswahlmannschaft. Das waren Christine Herbst, Gudrun Wegner, Sylvia Eichner, Lothar Noack, Jürgen Krüger und Christian Lietzmann. Christine Herbst erkämpfte sich mit der 4x100-Meter-Lagenstaffel die Silbermedaille. Gudrun Wegner gewann über 400 Meter Freistil Bronze. Das war der Beginn einer großartigen Erfolgsbilanz im Dresdner Schwimmsport. Folgende Medaillen bei Olympischen Spielen (OS), Weltmeisterschaften (WM), Europameisterschaften (EM) und Jugend-Europameisterschaften (JEM) wurden bis 2004 erkämpft:

 Medaillendavon
 gesamtGoldSilberBronze
OS13634
WM21975
EM2810117
JEM362286


Wesentlichen Anteil an diesen Erfolgen haben außer den bereits genannten, die Schwimmerinnen
  • Ulrike Richter: 4-fache Weltmeisterin, WM Dritte, 4-fache Europameisterin, 2-fache Vize-Europameisterin, 3-fache Olympiasiegerin
  • Birgit Treiber: Weltmeisterin, 4-fache Vizeweltmeisterin, 3-fache Europameisterin, bei Olympischen Spielen: 2 Silbermedaillen, 1 Bronzemedaille
  • Karla Linke: Vizeweltmeisterin, Europameisterin, WM Dritte
  • Rica Reinisch: 3-fache Olympiasiegerin
  • Gudrun Wegner: Weltmeisterin, Vizeeuropameisterin, Dritte bei WM u.EM, Bronze bei Olymp. Spielen
  • Sylvia Eichner: Weltmeisterin
und die Schwimmer
  • Christian Lietzmann: 2-facher Vizeeuropameister
  • Dirk Richter: je 2-facher Welt- u. Europameister, 2-facher Vizeweltmeister, 6-facher Vizeeuropameister, 2-facher Bronzemedaillengewinner bei Olympischen Spielen.
Bei den Jugend-Europameisterschaften waren erfolgreich:

Sebastian Halgasch: 6x Gold, 1x Silber, 1x Bronze Birgit Treiber: 3x Gold
Martina Ellger: 3x Gold Torsten Wilhelm: 2x Gold, 2x Silber, 2x Bronze
Karla Linke: 2x Gold, 1x Silber Steffen Böhmert:1x Gold, 1x Silber, 1x Bronze
Roland Freygang: 1x Gold, 1x Silber Olaf Aßmann: 1x Gold, 1x Bronze
Martin Findeis: 1x Gold Katja Eich: 1x Gold
Marit Burckhardt: 1x Gold Daniela Beier: 1x Silber
Sylvia Eichner: 1x Silber Falk Reimann: 1x Bronze


1984 machte die Politik den DDR-Sportlern einen Strich durch die Rechnung. Sie konnten an den Olympischen Spielen in Los Angeles nicht teilnehmen. Der damals amtierende Weltmeister über 100 Meter Rücken, Dirk Richter, der auch 1984 die Weltbestenliste auf dieser Strecke anführte, konnte sich dadurch leider nicht mit den weltbesten Schwimmern messen. Dirk Richter kam so erst 1988 in Seoul zu seiner ersten Olympiateilnahme und errang mit der 4x100m-Freistilstaffel Bronze und wurde über 200m Rücken Fünfter. 1992 in Barcelona gewann er nochmals eine Bronzemedaille mit der Freistilstaffel. Über 10 Jahre schwamm er in der Weltspitze.

Nach 1990 gab es auch im Sport große Veränderungen. Die Strukturen der Sportvereine aus den alten Bundesländern wurden übernommen, die staatliche Förderung des Sports wurde stark reduziert. Auch die Sektion Schwimmen, die jetzt im Dresdner Sportclub 1898 als Rechtsnachfolger des SC Einheit „Abteilung Schwimmen“ heißt, strukturierte sich um. Am 1. April 1991 kam es zur Fusion mit den Schwimmern des Dresdner Eisenbahnersportvereins (ESV), die sich zwei Jahre zuvor dem in der Luft hängenden Trainingszentrum für die 7-10-jährigen Nachwuchssportler angenommen hatten. Mit einem Male wurde aus der bisher recht kleinen Sektion eine Riesen-Abteilung mit zeitweise über 1000 Mitgliedern. Mittlerweile hat sich der Mitgliederstand auf etwa 600 Mitglieder eingepegelt.

Mit der Neuorientierung nach 1990 gewannen Deutsche Meisterschaften für den Nachwuchs große Bedeutung für das Bestehen und die Weiterentwicklung unserer Abteilung. Zu diesen Meisterschaften zählen neben den Deutschen Jugendmeisterschaften auch die Deutschen Mannschaftsmeisterschaften für die verschiedenen AK-Bereiche (DMSJ). Hier konnten wir einige sehr gute Resultate erzielen:

1993Jugend C männlichGold  2000Jugend D männlichSilber
1994Jugend B männlichGold  2001Jugend D männlichSilber
 Jugend C weiblichBronze   Jugend D weiblichSilber
1995Jugend B männlichSilber   Jugend C männlichSilber
1996Jugend A männlichSilber   
1997Jugend A männlichSilber  


Erfolgreichster Nachwuchssportler der 90er Jahre war zweifellos Sebastian Halgasch, der 1998 leider unseren Verein verließ. Sein Trainer Klaus Thiedmann führte ihn 1993 zu seiner ersten Medaille bei Deutschen Jahrgangsmeisterschaften. Damals wurde es die Bronzene über 100 Meter Rücken. Insgesamt war er 6-facher Jugendeuropameister (erkämpfte sich dazu noch eine Silber- und 1 Bronzemedaille) und 14-facher Medaillengewinner bei Deutschen Jugendmeisterschaften (in den Jahren 1993-1997 9x Gold, 2x Silber, 3x Bronze).
Martin Findeis wurde 1998 Jugendeuropameister über 4x100 Freistil.
Ben Hoffman erkämpfte sich bei der WM 2000 Bronze (Mannschaft) im Langstreckenschwimmen, EM 2000 Silber (Mannschaft) im Langstreckenschwimmen Europacup 2001 Bronze (Ges.-einzelwert.) Langstreckenschwimmen.

Die erfolgreiche Nachwuchsarbeit im Verein, gestützt durch mehr als 30 Übungsleiter, geführt durch die Abteilungsleitung, sowie die Trainer des angeschlossenen Landesstützpunktes des Sächsischen Schwimmverbandes, wurde in den letzten Jahren mit Medaillengewinnen bei den Deutschen Jugendmeisterschaften fortgesetzt.
Medaillengewinner waren:
Nicole Grille, Martin Findeis, Anne Pomsel, Fred Hustig, Jenny Wachsmuth, Mario Schild, Johanna Sommer, Steven Kiesewetter, Marit Burckhardt, Tim Wallburger, Anja Georgi, Manuel Matthis, Julius Klein und Anne Leuthold.

Die Deutsche Jahrgangsmeisterschaft im Jahre 2003 war die Erfolgreichste seit 1990. Es wurden 11 Medaillen von Aktiven des Dresdner Sportclubs erkämpft, auch in den Folgejahren konnten unsere Sportler hervorragende Ergebnisse erzielen. Höhepunkt des Jahres 2004 war natürlich Marit Burckhardts überraschendes JEM-Gold über 4 x 100m Freistil.
Im Jahr 2007 konnte mit dem Gewinn der DM-Bronzemedaille unserer 4x100m-Freistilstaffel der Frauen mit Marit Burckhardt, Jenny Wachsmuth, Anja Georgi und Anne Leuthold ein weiterer Höhepunkt gefeiert werden. 31 Finalstarts bei der DJM bedeuteten eine neue Rekordzahl seit 1996.
Bei den Deutschen Meisterschaften der letzten Jahre konnten uns mit Marit Burckhardt (2005, 2006), Anja Georgi (2007) und Anne Leuthold (2009) wiederholt Sportler im offenen Finale vertreten.

DJMGoldSilberBronze45678Anzahl Finals
1996211221110
199742121111
1998424212
1999112228
20001234313
20012213210
20021241212215
20033354335329
2004351424524
20054422552630
20062415515326
20072517346331
2008 3227
200914 232113


Diese Chronik wurde erstellt von Dieter Hildebrand, Dieter Leiteritz und Dirk Oehme, aktualisiert August 2009

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